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Einsamkeit schmerzt körperlich

geschrieben von Stefan Zillich
Dr. Stefan  Woinoff weist auf die körperliche Risiken der Einsamkeit hin. Dr. Stefan Woinoff weist auf die körperliche Risiken der Einsamkeit hin. Foto: Zweisam.de

Fast jeder kennt das Gefühl der Einsamkeit, wie Kopfschmerz oder Zahnweh – und im Idealfall geht es wieder vorbei. „Zum Problem wird es aber dann, wenn sich jemand oft, überwiegend oder immer einsam fühlt“, weiß Dr. Stefan Woinoff, Beziehungsexperte von Zweisam.de, dem neuen 50plus-Datingportal.

„Es kann jeden treffen und muss unbedingt raus aus der Tabuzone“, so der Münchner Psychotherapeut. Großbritannien hat Anfang dieses Jahres sogar ein eigenes Ministerium für Einsamkeit gegründet, um damit der traurigen Realität des modernen Lebens entgegenzuwirken, wie es die Premierministerin ausgedrückt hat. Was also tun gegen dieses häufig mit Scham behaftete Thema? Dr. Stefan Woinoff erklärt die Hintergründe dieses Gefühls und verrät, was man aktiv dagegen tun kann.

Einsamkeit macht krank

Das Gefühl der Einsamkeit ist sehr subjektiv; generell leiden aber laut Zweisam.de-Studie (in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungs-institut Ipsos) mehr Frauen darunter sowie Alleinlebende und Singles.

Wer sich einsam fühlt, empfindet Schmerz und auf Dauer kann das krank machen. Dr. Woinoff: „Einsamkeit ist der größte Risikofaktor für die Sterbewahrscheinlichkeit im Alter.

Verschiedene Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen, Lungenleiden, Depressionen, Schlafstörungen und schnellerer kognitiver Abbau im Alter können Folgen von Einsamkeit sein. Wer sich ausgeschlossen fühlt, leidet unter chronischem Stress mit all seinen schädlichen Konsequenzen.“

Der Mensch braucht andere Menschen

Doch warum tut Einsamkeit weh? „Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er brauchte schon immer andere Menschen, um zu überleben, und war und ist daher in hohem Maße auf ihre Zuwendung und Unterstützung angewiesen“, erklärt der Psychotherapeut. „Folglich ist es für ihn katastrophal, wenn er zurückgewiesen und ausgeschlossen wird, wenn er einsam ist.

Da körperliche Verletzungen ebenso lebensbedrohlich sein können wie sozialer Ausschluss, hat die Evolution es so eingerichtet, dass das Gehirn bei beiden Gefahren Warnsignale in Form von Schmerzen aussendet.“

Partnerschaft ist das beste Mittel gegen Einsamkeit

Vor allem Alleinwohnende und Singles fühlen sich einsam. „Zudem belegen verschiedene Studien, dass vor allem ältere Menschen das Fehlen einer Partnerschaft als Grund für ihre Einsamkeit benennen“, weiß der Experte. Woinoff ermutigt deshalb, auch noch mit 60, 70, 80 oder später eventuelle Bedenken oder Ängste über Bord zu werfen und aktiv nach einer neuen Liebe zu suchen. „Das Bedürfnis, zu lieben und geliebt zu werden, hört nie auf – egal, wie alt wir sind – das ist ja auch das Schöne daran.“ Immer mehr ältere Menschen nutzen dafür auch das Internet. „Ein Datingportal ist ein praktisches Navi auf der Suche nach einer neuen Partnerschaft“, so der Beziehungsexperte. Hier finden sich Menschen, die sich sonst nie begegnen würden. Man kann gezielt suchen, sich selbst umfangreich vorstellen und klar kommunizieren, was man sich wünscht.

„Eine Partnerschaft auf Augenhöhe ist der Schlüssel zum Glück. Vor allem Männern empfehle ich, sich eine Frau im ähnlichen Alter zu suchen. Hier müssen sie nicht mehr den großen Zampano geben und können ganz entspannt echte Nähe erleben.“

Zeit für Zärtlichkeit

Eine neue Partnerschaft bedeute auch wieder körperliche Liebe, Sex und Zärtlichkeit: „Gerade Zärtlichkeit wird im Alter immer wichtiger und Männer können sich hier meist noch viel mehr auf eine Frau einlassen und sie richtig glücklich machen. Körperkontakt und Zärtlichkeit sind die beste Medizin gegen Alters-Wehwehchen, und eine Partnerschaft ist das beste Mittel gegen Einsamkeit.

 

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