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Die erste eigene Wohnung

geschrieben von Stefan Zillich
36 Prozent der Deutschen sind bereits vor dem 21. Lebensjahr in eine eigene Wohnung gezogen. 36 Prozent der Deutschen sind bereits vor dem 21. Lebensjahr in eine eigene Wohnung gezogen. Foto:Fotalia

Nach Schule, Studium oder Ausbildung lockt die große Freiheit: Raus aus dem „Hotel Mama“ und endlich in die erste eigene Wohnung einziehen. Kaum jemand vergisst dieses Gefühl. Auf eigenen Beinen stehen, erste Einrichtungsversuche aus einem Mix von Kinderzimmer-Möbeln und Omas alten Sesseln.
Selbst bestimmen, wann aufgestanden wird, was auf den Tisch kommt und wie oft Aufräumen wirklich notwendig ist.

Aber auch verantwortlich sein für Stromrechnungen, Telefongebühren und regelmäßige Mietzahlungen. Doch wann ist der richtige Zeitpunkt für einen Umzug ins eigene Reich? Gleich nach der Volljährigkeit zum Studium oder doch erst, wenn das erste selbst verdiente Geld fließt? Hier gehen die Meinungen, Wünsche und Vorstellungen auseinander. Ein gutes Drittel der Deutschen (36%) waren 20 Jahre oder jünger, als sie die erste eigene Wohnung bezogen.
Ebenfalls 35 Prozent verließen zwischen 21 bis 25 Jahre das Elternhaus und 13 Prozent hatten die 26 bereits überschritten. Das ergab eine repräsentative Verbraucherumfrage von Vonovia, einem deutschen Wohnungsunternehmen.
Für die TNS-Emnid-Studie wurden im Zeitraum vom 1. bis 7. März 2018 über 1.000 Personen aus allen Alters- und Berufsgruppen sowie verschiede-nen Regionen des Landes befragt.Vor zehn Jahren wurde früher ausgezogen
Dabei zeigten sich interessante Entwicklungen in der Altersstruk-tur: Gab z. B. noch die Hälfte der 30- bis 39-Jährigen an, bereits vor dem 21. Lebensjahr ihre neue Freiheit in der eigenen Bude ausgekostet zu haben, sind es aktuell in der Altersgruppe bis 29 Jahre nur noch 22 Prozent. 67 Prozent der jungen Leute leben derzeit noch bei ihren Eltern. Was sicherlich ein Indiz dafür ist, dass gestiegene Lebenshaltungskosten dazu führen, den Umzug in die eigene Wohnung vorerst noch einmal zu überdenken. Bei den älteren Semestern sieht es durch die Bank anders aus: 41 Prozent der 40- bis 49-Jährigen sowie 39 Prozent der 50- bis 59-Jährigen und 35 Prozent der Generation 60+ waren bereits mit 20 Jahren selbstständig und auch schon Mieter.
Allerdings ist auch zu beobachten, dass der Anteil derjenigen, die beim Bezug der ersten Wohnung mindestens 26 Jahre alt waren, bei den älteren Menschen deutlich höher ausfällt: Knapp ein Vier-tel der heute Über-60-Jährigen ist also ebenfalls erst später zu-hause ausgezogen. Der Anteil nimmt dann aber linear mit der Altersgruppe ab: Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es noch 16 Prozent, bei den 40ern 14 Prozent und in der Gruppe 30 bis 40 Jahre nur noch vier Prozent.Frauen zieht es eher in die Selbstständigkeit
Außerdem unerwartet: Die jungen Frauen liegen beim Thema Umzug in die eigenen vier Wände vor den Männern. 40 Prozent der Frauen verließen bis zum 20. Lebensjahr das Elternhaus, 36 Prozent im Alter von 21 bis 25 Jahren und 11 Prozent später. Bei den gleichaltrigen Männern wagten nur 32 Prozent unter 20 Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. 15 Prozent starteten erst ab dem Alter von 26 Jahren in die Selbstständigkeit und 19 Prozent leben immer noch bei den Eltern. Bei den Frauen be-trägt indes der Anteil der Nesthocker nur 12 Prozent.
In Ostdeutschland steht die eigene Bude hoch im Kurs.
Große Schwankungen hinsichtlich des Alters für den Umzug in eine eigene Wohnung gibt es auch innerhalb der Bundesländer. So hält es in Sachsen-Anhalt die jungen Leute am wenigsten am Rockzipfel der Eltern. 63 Prozent ziehen bereits vor dem 21. Le-bensjahr aus. Auch in Mecklenburg-Vorpommern ist der Freiheits-drang groß: 54 Prozent der jungen Leute stellen sich früh auf eigene Füße. Das gilt auch für Nordrhein-Westfalen: 51 Prozent Teenager sind bis spätestens zum 20. Geburtstag ausgezogen.

 

 

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